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Erinnerungsstätte für das ehemalige Kloster St. Jobst

… Anfänge der Wallfahrt liegen im Dunkeln … eine Kapelle, dem heiligen Jobst geweiht, die bereits im 15. Jahrhundert bestanden hat …schon damals eine viel besuchte Wallfahrtsstätte … wir befinden uns zu Beginn des 16. Jahrhunderts: Markgraf Friedrich IV. stiftet ein Kloster neben der St. Jobst-Kapelle „aus yniger Betrachtung der Zergencklikeit dits lebens“ … Pilger kommen von nah und fern … der berühmte Heilbrunnen lässt sie viele Strapazen auf sich nehmen … das Mirakelbuch berichtet von denkwürdigen Wunderheilungen … Franziskanermönche beherbergen die Pilgerscharen … die Reformation setzt Pilgerstrom und Jobst-Kloster ein plötzliches Ende … das Kloster verfällt zur Ruine …

Das Projekt:

Göppmannsbühler KarteKapelle und Kloster St. Jobst (Ausschnitt aus Göppmannsbühler Karte, 16. Jh.) hatten aufgrund einer wundertätigen Heilquelle weithin Berühmtheit erlangt. Das Kloster bestand nur kurze Zeit, seine Ruine wurde noch eine ganze Weile als Steinbruch für den Bau und die Instandhaltung von Gebäuden in der Umgebung verwendet. Fundamente und Mauerreste der Klosterkirche, der Kapelle und des vermuteten Kirchnerhauses sowie einige künstliche Kanäle fand man 1975 bei der Notgrabung anlässlich eines Munitionsbunkerbaus für die Bundeswehr. Das Areal wurde eingeebnet, nichts deutet mehr auf diesen geschichtsträchtigen Platz hin.

Im Gedenken an dieses zerstörte Kulturgut wird ganz in der Nähe des Originalschauplatzes auf einer Ausgleichsfläche für den Straßenbau eine Erinnerungsstätte für Kapelle und Kloster St. Jobst errichtet. Das Aufschieben eines Erdwalls in den Maßen der ehemaligen Klosterkirche sowie Kiesaufschüttungen in Form der Kapelle und eines nebenstehenden kleinen Häuschens erfolgten als Ausgleichsmaßnahmen vorab durch das Straßenbauamt. Dabei wurde auch der Klosterbrunnen durch große Steine angedeutet.

Die Projektidee stammt noch aus der vorangegangenen Förderperiode, ihre Verwirklichung erfolgt jetzt mit Mitteln aus Leader in ELER. Der Fördersatz liegt bei 50% der Nettokosten, die voraussichtlichen Gesamtkosten betragen etwa 30.000 €.

Bestandteile des Projektes:

  • Informationstafeln zum Klosterareal und zum heiligen Jobst sowie eine Tafel zur Geologie der Umgebung
  • ein großes Holzkreuz als Zeichen für das Christentum
  • einen Teil einer nachgebauten Apsis als Symbol für die Ruine und als Platz für den Gottesdienstzelebranten
  • Fahnenstangen für Kirchenfahnen
  • einen befestigter Zugang zum Klostergrundriss und einige Parkbuchten für die Besucher
  • einfache Sitzgelegenheiten zum Tal hin
  • ein Faltblatt für die Projektübersicht und eine Broschüre für ausführlichere Informationen

Ziele:

Den Besuchern der Erinnerungsstätte wird durch Information in Wort und Bild die hohe kulturhistorische und kirchengeschichtliche Bedeutung des ehemaligen Klosters und der Kapelle St. Jobst als weithin bekannte Pilgerstätte im Spätmittelalter vermittelt. Eine wichtige Stätte des Glaubens wird so vor dem Vergessen bewahrt. Dadurch dient das Projekt auch der Stärkung der regionalen Identität.
Die Erinnerungsstätte für das ehemalige Kloster St. Jobst will darüber hinaus Begegnungsstätte für die heute Lebenden sein, für Gläubige der verschiedenen christlichen Konfessionen: eine Begegnungsstätte vor allem für die Anwohner aus den umliegenden Ortschaften, eine Begegnungsstätte für Pilgergruppen aus Deutschland, aber auch eine Begegnungsstätte, die europaweit vernetzt ist. Die im Alltag der Menschen in vergangenen Jahrhunderten noch stark verankerte Religiosität soll an diesem ehemals bekannten und berühmten Pilgerort deutlich gemacht werden.
Wo früher Konfessionsgrenzen in nächster Nachbarschaft verliefen, werden jetzt ökumenische Feldgottesdienste von Pfarrern der katholischen und evangelischen Kirche abgehalten. Zwei solcher Gottesdienste jedes Jahr sind geplant. Insgesamt werden 200 Besucher – Gottesdienstbesucher und Interessierte an der Erinnerungsstätte pro Jahr erwartet.