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Jakobusweg Fichtelgebirge

Hier entlang! Das Schloss der Pilgermuschel zeigt die Richtung. Seit dem Mittelalter ist die Jakobsmuschel das Erkennungszeichen der Pilger, das sichtbar am Hut, am Mantel, heute auch am Rucksack getragen wird. Sie dient nun als Wegweiser auf dem gesamten europäischen Jakobsweg.

Für die einen ist er ein spiritueller Weg, ein Pfad der Sinnsuche und eine Möglichkeit, Gott zu begegnen, für die anderen einer der faszinierendsten Fernwanderwege Europas. 

MuschelwegweiserAuf etwa 70 Kilometern führt der Jakobsweg auch über das Fichtelgebirge. Von Marktschorgast über Weißenstadt und Kirchenpingarten gelangt man durch eine sehr reizvolle und naturnahe Mittelgebirgslandschaft nach Creußen. Entlang des Weges verbindet der Jakobsweg hier zwei evangelische und zwei katholische Jakobskirchen und durchquert Gemeindegebiete mit weiteren sehenswerten Kirchen, Kapellen und geschichtlichen Zeugnissen der Region.

Ein ausführlicher Wanderführer kann bei den beteiligten Gemeinden, bei der Geschäftstelle und beim Fichtelgebirgsverein zum Preis von 6,95 € erworben werden.

Flyer Jagobusweg (PDF 2.1 MB)"Jakobusweg Fichtelgebirge"

Das Projekt:

Das Kooperationsprojekt Jakobusweg Fichtelgebirge ist in der LEADER + - Förderperiode mit insgesamt neun Kommunen aus der Wohlfühlregion Fichtelgebirge sowie den Nachbar-LAGn "Sechsämterland Innovativ e. V." und „Kulmbacher Land e. V." durchgeführt worden.

Projektträger war die Gemeinde Kirchenpingarten. Die Gesamtkosten von ca. 19.000 € wurden mit 50 % der Bruttokosten aus LEADER + bezuschusst.

Wenn auch die Route über das Fichtelgebirge nicht historisch als Jakobspilgerweg belegt ist, so bietet sie doch kulturhistorische Schätze am Wegesrand und trägt dem Umstand Rechnung, dass auch in früheren Zeiten der Jakobsweg immer vor der eigenen Haustür begann. Vier Jakobskirchen lassen sich auf dem Jakobusweg Fichtelgebirge erwandern, jeweils eine Tagestour voneinander entfernt.

Patron der Namen gebenden Kirchen ist Jakobus der Ältere - auch Jakobus Maior, Jakobus der Große oder spanisch Santiago genannt. Er war einer der zwölf Apostel Jesu. In der evangelischen und katholischen Kirche ist sein Gedenktag der 25. Juli. Jakobus der Ältere gilt als Schutzpatron von Spanien, Patron der Arbeiter, der Apotheker, der Drogisten und insbesondere der Pilger.

Das Projekt beinhaltet:

  • Wegmarkierung mit dem europäischen Jakobswegesymbol
  • Informationstafeln neben jeder Jakobskirche
  • Informationstafeln entlang des Weges, jeweils am Abzweig zu einem der 18 Rundwanderwege
  • Übersichtsfaltblatt
  • Wanderführer aus wetterbeständigem Material, mit ausführlicher Weg- und Ortsbeschreibung

 

Die geplante Broschüre zu den Marterlwanderwegen um Kirchenpingarten wurde zu einem späteren Zeitpunkt mit anderen Finanzierungsmitteln fertig gestellt.

Durch großes ehrenamtliches Engagement mehrerer Privatpersonen aus den Orten entlang des Jakobsweges wurden die Inhalte für das Übersichtsfaltblatt, den Wanderführer, die Kirchen-Informationstafeln und die Informationstafeln am Jakobusweg Fichtelgebirge erarbeitet.

Der Wanderführer enthält neben der Hauptroute auch eine Beschreibung von zusätzlichen 18 Rundwanderwegen, ausgehend von den Ortschaften am Jakobsweg als Anfangs- und Endpunkten. Diese kürzeren Rundtouren sollen vor allem die Einheimischen einladen, den Weg zu nutzen.

Mit dem Jakobusweg Fichtelgebirge wurde eine alternative Teilstrecke zum Jakobsweg Hof – Nürnberg (entlang der B 2) geschaffen, der bei Marktschorgast nach Osten abzweigt, über den Ochsenkopf Richtung Süden verläuft und in Creußen wieder an den Weg nach Nürnberg anschließt.

Zielgruppen:

  • Gäste, die gezielt solche Pilgerangebote suchen und aufgrund entsprechender Werbung die Region Fichtelgebirge und Umkreis auswählen
  • Urlauber im Fichtelgebirge, die in ihrem Urlaubsort darauf aufmerksam werden genauso aber auch
  • Einheimische, z. B. die Mehlmeiseler Wallfahrer, die aufgrund einer großen Missernte in früheren Zeiten seit über 100 Jahren jährlich zum Patroziniumsfest der Jakobskirche eine Bittwallfahrt nach Kirchenpingarten unternehmen
  • Jakobspilger, die in Etappen bis Santiago de Compostela laufen wollen.

 

Der heutigen schnelllebigen Zeit soll mit diesem Projekt bewusst ein Gegenpol gesetzt werden. Pilger als Wanderer mit religiösem Hintergrund sind eine neue Zielgruppe für das Fichtelgebirge und sollen mit inhaltlich speziell auf sie abgestimmten Wanderungen und Veranstaltungen das Urlaubsgebiet Fichtelgebirge kennen lernen. Mit dem Projekt Jakobusweg Fichtelgebirge wird das Pilgern „neu entdeckt" für die Region und kann zu einem wirtschaftlichen Standbein in der Tourismusbranche werden.

Eröffnet wurde der Jakobusweges am 22.07.2007, dem Sonntag vor Jakobi, beim Patroziniumsfest in Kirchenpingarten mit einem Festgottesdienst und einer Wallfahrt aus nördlicher und südlicher Richtung.

Eingebettet in das europäische Leader-Projekt zur Erweiterung des Jakobswege-Netzes und zum Lückenschluss insbesondere auch nach Osten kommt dem Jakobswegabschnitt eine hohe Bedeutung unter dem Aspekt der Völkerverständigung und der Ökumene zu.

Weitere Informationen:
Jakobuswege Bayern

 Jakobusweg EU